Bei all meinen vielen Besuchen in der Altstadt von Dubrovnik und auf ihren berühmten Stadtmauern habe ich immer hinüber zu Lokrum geschaut und gedacht: „Beim nächsten Mal muss ich endlich hin.“ Jahrelang wurde nichts daraus — bis ich es vor Kurzem endlich zusammen mit meinem Kameramann geschafft habe. Und ich bin so froh, dass ich es getan habe!
Wir nahmen das Boot von Dubrovnik – eine angenehme 15-minütige Überfahrt. Auf der Insel angekommen, holten wir uns gleich im Forester’s House (dem Besucherzentrum am Hafen) eine Karte. Darauf waren 17 markierte Punkte, und wir wollten so viele wie möglich schaffen.
Das Video unserer Tour findest du hier (Bemerk: mit deutschen Untertiteln). Und unten erzähle ich dir, wie unser Besuch war und ob sich ein Ausflug nach Lokrum wirklich lohnt.
Ein bisschen über Lokrum
Lokrum liegt nur 700 Meter von der Stadtmauer Dubrovniks entfernt. Die Insel ist 0,7 km² groß, etwa 1,5 km lang und maximal 500 Meter breit. Rund 90 % der Fläche ist grüne Vegetation, darunter ein schöner botanischer Garten.
Lokrum ist ein Sonderreservat für Waldvegetation. Seit 1948 steht die Insel unter Naturschutz und ist damit das drittälteste geschützte Naturgebiet Kroatiens.
Zusätzlich sind Lokrum und die umliegenden Gewässer als Kulturgut geschützt und liegen in der höchsten Schutzzone „A“. Wegen der direkten Nähe zur UNESCO-Altstadt von Dubrovnik gibt es strenge Regeln: Große Schiffe und Yachten dürfen die Gewässer dazwischen nicht befahren – kleine Besucherboote sind jedoch erlaubt.
Bereits 1023 wurde hier ein Benediktinerkloster gegründet. Die Mönche lebten bis 1808 auf der Insel.
Zwischen 1859 und 1867 diente Lokrum als Sommerresidenz von Erzherzog Maximilian Ferdinand von Habsburg und seiner Frau Charlotte von Mexiko. Viele Gebäude und der spätere Botanische Garten stammen aus dieser Zeit.

Das Praktische
Du kannst Lokrum mit einem privaten Boot oder mit den Parkbooten aus Dubrovnik erreichen. In der Hauptsaison fahren die Boote alle halbe Stunde zwischen 9 und 19 Uhr (Fahrplan hier).
Wenn du mit dem ParkBoot des Reservats fährst, kannst du dein Ticket bei Luža (im alten Stadthafen) oder online kaufen, um die Warteschlange zu überspringen. Wenn du mit einem privaten Boot anreist, kannst du das Ticket am Forsthaus kaufen.
Das Ticket für Erwachsene kostet 30 €, für Kinder (7–18 Jahre) 5 € und das Studententicket liegt bei 10 €. In diesen Preisen ist die Bootsfahrt ab Dubrovnik bereits enthalten. Weitere Ticketoptionen findest du auf der Website des Naturschutzgebietes.
Auf der Insel kannst du Getränke und Essen kaufen – es gibt Cafés am Hafen und am Toten Meer sowie ein Restaurant beim Kloster.
Wichtig: Das Füttern der Tiere ist streng verboten.

Unser Ausflug nach Lokrum
Wir nahmen das 11-Uhr-Boot vom Luža-Hafen in Dubrovnik, und etwa 15 Minuten später legten wir in der Bucht Portoč an, dem Eingang zum Naturreservat Lokrum.
Nachdem wir uns im Försterhaus (dem Besucherzentrum) die Karte mit den 17 Sehenswürdigkeiten (POIs) geholt hatten, machten wir uns an die Erkundung der Insel.
Zuerst gingen wir Richtung Fort Royal, einer Festung aus dem 19. Jahrhundert, die unter Napoleons Herrschaft in der Region begonnen und nach der Übernahme durch die Österreicher fertiggestellt wurde. Auf dem Weg zur Festung hakten wir gleich drei weitere POIs ab:
- Das Freiluftklassenzimmer, das seit 2019 für Naturbildung genutzt wird.
- Das große Wasserreservoir, gebaut, um die Wasserversorgung in der Sommersaison zu sichern – es wird bis heute von der Feuerwehr der Insel genutzt.
- Den Paradiesweg, ein Weg zur Festung, der für Maximilian von Habsburg angelegt wurde. Warum er ausgerechnet Paradiesweg heißt, weiß ich nicht – bei der Steigung wären mir bessere Namen eingefallen 😉
Der Aufstieg zur Festung war in der Hitze ganz schön anstrengend, und ich empfehle definitiv gutes Schuhwerk. Oben angekommen, mussten wir natürlich aufs Dach klettern, um die atemberaubende Aussicht auf Dubrovnik zu genießen, die du auf dem Foto hier siehst.

Unser nächstes Ziel war das Lazarett, also nahmen wir einen anderen Weg von der Festung hinunter. Das Pflaster auf diesem Weg war sogar noch schlechter!
Unterwegs kamen wir am kleinen Wasserreservoir vorbei, einem weiteren der 17 POIs auf der Liste des Naturparks (im Reservoir schwammen Goldfische, deshalb bin ich mir nicht sicher, ob es heute noch in Betrieb ist).
Das Lazarett war viel größer, als ich erwartet hatte, und die umgebende Steinmauer erreichte eine Höhe von bis zu 3 Metern. Es wurde zwischen 1534 und 1557 als Schutz vor Infektionskrankheiten zur Zeit der Republik Dubrovnik gebaut. Fertiggestellt wurde das Lazarett aus strategischen Gründen allerdings nie.
Nach dem Lazarett stand der Botanische Garten auf unserer Liste, also mussten wir zuerst zurück zum Försterhaus und zur Bucht Portoč – zwei weiteren POIs.
Der Botanische Garten beherbergt Pflanzen aus aller Welt. Wir sahen Exemplare aus China, Japan, Korea, Mexiko und mehreren südamerikanischen Ländern. Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt an Palmen und Kakteen.

Als Nächstes stand die Hauptattraktion der Insel auf dem Programm – der Klosterkomplex. Er besteht aus den Überresten einer Basilika, dem ursprünglichen Kloster samt Garten sowie den Gebäuden und Gärten, die für Maximilian und seine Frau hinzukamen, plus dem Mühlengebäude (noch ein POI).
Beim Kloster besichtigten wir die verschiedenen Gebäude, darunter auch das Museum. Lokrum war einer der Drehorte von Game of Thrones, und im Museum steht eine Nachbildung des Eisernen Throns – du kannst dich daraufsetzen und ein Foto machen, das ist im Ticket inbegriffen. Hier begegneten wir auch unseren ersten Pfauen, die von Maximilian auf die Insel gebracht wurden. Heute laufen sie frei auf der Insel herum und genießen ein friedliches Leben ohne natürliche Feinde. Wie du auf dem Foto unten siehst, zeigten sie uns bereitwillig ihre prächtigen Federn.

Nach einem Rundgang durch Maximilians Garten machten wir uns auf den Weg zum Toten Meer. Unterwegs kamen wir an den Baracken vorbei, einem weiteren POI. Warum die auf der Liste stehen, ist mir nicht ganz klar – auf mich wirkten die Baracken erstaunlich modern 🤔. Wir liefen außerdem an einem Fußballplatz und einem Outdoor-Fitnessbereich vorbei, die vermutlich erst kürzlich dazugekommen sind.
Das Tote Meer (Lokrums beliebte Badestelle) ist ein Salzwassersee, der über Unterwasserkanäle mit dem offenen Meer verbunden ist. Dank des relativ hohen Salzgehalts kann man dort mühelos treiben. Wie du auf dem Foto unten siehst, waren dort einige Leute beim Sonnenbaden und Schwimmen.
In der Umgebung des Toten Meeres schauten wir uns noch die übrigen POIs an, bevor wir zur Bucht Portoč zurückgingen, um das Boot zurück nach Dubrovnik zu nehmen.
Insgesamt haben wir 14 der 17 POIs geschafft. Zwei haben wir bewusst ausgelassen, und Charlottes Brunnen konnten wir trotz Beschilderung und Karte einfach nicht finden. Ob es an unseren mangelnden Pfadfinderfähigkeiten lag oder ob die Beschilderung verbessert werden könnte, kann ich nicht sagen.
Meine Gedanken zu Lokrum
Wir haben 2 Stunden und 30 Minuten auf der Insel verbracht und dabei mehr als 12.000 Schritte gemacht – ein ziemlich aktiver Besuch also.
Empfehlung: Wenn du nicht gerade ein echter Entdeckertyp bist, würde ich das Gebiet um Fort Royal und das Lazarett auslassen – in der Sommerhitze ist das zu viel Lauferei, und idealerweise brauchst du dafür Sneaker oder Wanderschuhe.
Besonders gut gefallen haben mir der Botanische Garten und der Klosterkomplex. Zusammen mit dem Gebiet um das Tote Meer sind das die Must-sees, wenn du wenig Zeit hast.
Sind die 30 € Eintritt gerechtfertigt? Hmm… Verglichen mit 40 € für die Plitvicer Seen oder den Nationalpark Krka fand ich den Preis etwas hoch. 20 € würden sich fairer anfühlen. Andererseits ist die Bootsfahrt inbegriffen, ganz unverschämt ist der Preis also nicht.
Wenn ich Lokrum noch einmal besuche, nehme ich auf jeden Fall Handtuch und Badesachen mit. Ein entspannterer Tag auf der Insel würde den Preis deutlich gerechtfertigter erscheinen lassen.
Wenn du gerne mit dem Boot dem Trubel von Dubrovnik entfliehst, hast du vom Alten Hafen aus neben Lokrum noch ein paar andere Möglichkeiten. Du kannst mit dem Boot die Küste entlang nach Cavtat fahren, einem charmanten Städtchen südlich von Dubrovnik, oder unterwegs in Mlini haltmachen, einem kleinen Küstendorf. Über beide habe ich geschrieben – schau also gerne in meine Artikel, wenn du weitere Tagesausflüge in der Gegend planst.



