Ist Kroatien teuer?

Ja und nein – es kommt auf den Vergleich an

Vergleicht man Kroatien mit:

  • Westeuropa (Dänemark, Schweden, Norwegen, Niederlande) → Günstiger
  • Osteuropa / Balkan → Teurer
  • Kroatien vor 2020 → Heute deutlich teurer

👉 Kroatien ist kein günstiges Reiseziel mehr — aber mit einer guten Planung ist es noch immer erschwinglich.

In den mehr als 20 Jahren, in denen ich in Kroatien lebe, ist praktisch alles deutlich teurer geworden — ohne Ausnahme.

Von Touristen, Familie und Freunden bekomme ich immer wieder die gleichen Fragen:

  • Wie sind die Preise in Kroatien?
  • Kannst du mir helfen, eine günstige Unterkunft zu finden?
  • Wo kann ich günstig eine Wohnung / ein Haus / eine Villa mieten?

… und so weiter. Preise interessieren eben jeden.

Fazit: Auch als jemand, der hier lebt, habe ich kaum eine Chance, Dinge unter Marktpreis zu bekommen. Jeder versucht, in der relativ kurzen Tourismussaison den maximalen Gewinn herauszuholen.

Das heißt aber nicht, dass es keine Möglichkeiten gibt zu sparen. In diesem Ratgeber erkläre ich, wie du bei folgenden Punkten sparen kannst:

  • Unterkunft
  • Transport
  • Mit dem Auto unterwegs
  • Lebensmitteleinkauf
  • Touren und Erlebnisse
  • Bargeldabhebungen
  • Restaurantbesuche
Croatia my accommodation

Typische Preise in Kroatien (was ich selbst bezahle)

Um dir ein Gefühl für das Preisniveau in Kroatien zu geben, hier ein paar Preise aus meiner Nachbarschaft, etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt:

  • Kaffee: 1,50–2,50 €
  • Bier (0,5 L): 4–5 €
  • Hauswein (0,5 L): 15–20 €
  • Abendessen im lokalen Restaurant: 15 €
  • 2-Personen-Apartment (erste Meereslinie, Juni): 80 € pro Nacht
  • Lebensmittel (Familie mit 3 Personen): 150–200 € pro Woche
  • McDonald’s Menü (Big Mac): 8 €

👉 In touristischen Hotspots wie Dubrovnik oder Hvar sind die Preise — besonders im Juli und August — deutlich höher.

Unterkunft: So sparst du Geld

Die Unterkunftspreise hängen stark von der Lage ab. Wenn du einen Strandurlaub planst, lässt sich hier am meisten sparen, indem du kleinere Orte statt bekannter Touristenzentren wählst.

Buchungsplattformen berechnen dem Vermieter 15–20 %, manchmal sogar bis zu 25 % Provision. Wer direkt beim Apartment- oder Villenbesitzer bucht, umgeht den Großteil dieser Kosten und spart in der Regel mindestens 10–15 %.

Auch Reisen außerhalb der Hauptsaison ist sehr günstig. Juli und August sind die teuersten Monate — wer kann, sollte diese Zeiten meiden.

Wo günstigere Unterkunft buchen?

So komme ich fast immer zu einem besseren Preis als auf den großen Buchungsplattformen:

Hotels:

Bei Buchungen für Geschäftsreisen kontaktiere ich das Hotel immer direkt. Meine Standardfrage lautet:

„Ich habe Ihr Hotel auf Plattform X für den Preis Y gesehen. Gibt es einen Vorteil, wenn ich direkt bei Ihnen buche?“

Diese Frage führt fast immer zu einem besseren Preis oder einem besseren Zimmer — besonders bei Einzelhotels ohne Kette.

Apartments:

Für Apartments nutze ich fast immer eine Plattform: Direkt Kroatien.

Dieses Jahr fahre ich bereits zum fünften Mal zu meinem Lieblingsort in der Nähe von Stadt Hvar. Auf Direkt Kroatien findet man mehr als 35.000 Unterkunftseinheiten in ganz Kroatien.

Warum ist diese Plattform so gut?

Direkt Kroatien ist eine Listingplattform, keine Buchungsplattform. Sie listet lediglich Unterkünfte auf und gibt die direkten Kontaktdaten der Eigentümer an.

Der Eigentümer zahlt eine jährliche Gebühr von ca. 150 €, statt 15–25 % Provision pro Buchung wie bei typischen Buchungsseiten. Das bedeutet: Die angezeigten Preise sind deutlich günstiger.

Alle Details werden direkt mit dem Eigentümer geklärt.

Ich vereinbare in der Regel eine Anzahlung von 30 %, die ich auf das Bankkonto des Eigentümers überweise. Den Rest zahle ich bar bei Ankunft (Banküberweisung ist auch möglich).

Typischerweise sind die Preise auf Direkt Kroatien 10–20 % günstiger als auf großen Buchungsplattformen — und viele Apartments sind dort exklusiv gelistet.

Villen mit Pool:

Luxury Retreats Croatia funktioniert ähnlich wie Direct Croatia.

Die wichtigsten Unterschiede:

  • Auf Luxury Retreats Croatia findet man ausschließlich Villen und Luxusapartments.
  • Einige Villen können direkt per Kreditkarte auf der Plattform gebucht werden. In diesen Fällen fällt eine kleine Gebühr an (in der Regel ca. 5 %), die MwSt. und Kreditkartenkosten deckt.

In den meisten Fällen kann man trotzdem mindestens 10 % sparen, indem man direkt beim Eigentümer bucht. Bei einem einwöchigen Villenaufenthalt kann das eine erhebliche Summe sein.

Ferry Croatia

Transport

Wer nicht mit dem Auto nach Kroatien reist, kann auch beim Transport ordentlich sparen.

Öffentliche Busse – günstigste Transportoption

In allen größeren kroatischen Städten — Zagreb, Dubrovnik, Zadar, Split und Pula — gibt es ein gut funktionierendes Stadt- und Regionalbusnetz. Die Preise sind sehr günstig.

In Split beispielsweise zahlt man mit der offiziellen App des Busunternehmens Promet Split bereits ab 1 Euro für ein Ticket. Auch Regionaltickets sind sehr günstig.

In den meisten Städten gibt es Tages- oder Mehrtageskarten für den öffentlichen Nahverkehr.

Mögliche Ersparnis: bis zu 50 % beim Kauf per App.

Taxi-Apps

Als Alternative zum Stadtbus stehen Fahrdienste wie Uber, Bolt und Wizi zur Verfügung. Die Preise hängen von der Nachfrage ab — bei geringer Nachfrage sehr günstig, bei hoher Nachfrage teurer.

Eine gute Sparmöglichkeit: Freunde über den Empfehlungslink einladen — die Apps bieten oft Rabatte für Neuanmeldungen.

Mögliche Ersparnis mit Freunden: bis zu 60 %

Hinweis: Auf den Inseln ist die Verfügbarkeit von Uber und Bolt sehr eingeschränkt. Selbst an beliebten Orten wie Hvar Stadt oder Bol sieht man in der App zwar Fahrten, aber sie sind oft nicht verfügbar. In dem Fall bleibt nur das reguläre Taxi, was schnell teuer werden kann. Es lohnt sich daher, Unterkunft in Gehdistanz zum Stadtzentrum zu wählen.

Fernbusse

Fernbusse sind oft die günstigste Option für Strecken zwischen Städten. Beliebte Ziele sind in der Sommersaison gut miteinander verbunden. Mehr zu Fernbusse hier lesen.

Tickets am besten im Voraus kaufen und direkt über die Webseiten der Anbieter buchen.

Sparpotenzial: bis zu 50 %

Züge

Das Schienennetz deckt hauptsächlich den nordöstlichen Teil Kroatiens ab, mit Verbindungen von Zagreb nach Pula und Split. Die Zugfahrt von Zagreb nach Split dauert derzeit noch mehr als 8 Stunden, verglichen mit ca. 5 Stunden per Bus. Mit den neuen Zügen der kroatischen Bahn dürfte sich das in naher Zukunft verbessern.

Fähren

Wer die fantastischen kroatischen Inseln besuchen möchte, kommt um die Fähre nicht herum. Mehrere Fährgesellschaften sind in Kroatien tätig — beliebte Routen wie Split–Hvar werden mit mehr als 10 Abfahrten pro Tag bedient. Details dazu findest du in meinem Fähren-Ratgeber.

Tickets direkt über die Webseite des Anbieters kaufen spart Geld.

Ersparnis gegenüber Buchungsplattformen: 10–30 %

Private Transfers

Ein privater Transfer ist keine offensichtliche Sparmöglichkeit, kann aber gegenüber Taxi-Apps sinnvoll sein, da der Preis fest vereinbart wird und kein Risiko von Preisschwankungen besteht.

Wer in einer Gruppe reist oder Touren plant, fährt mit einem gemieteten Van mit Fahrer oft günstiger.

Travelling by car in Croatia

Mit dem Auto unterwegs

Wenn du nach Kroatien fährst oder vorhast, dich mit dem Auto fortzubewegen, gibt es ein paar Dinge, auf die du achten solltest.

Maut

Auf den kroatischen Autobahnen zahlst du eine streckenabhängige Maut. Zum Beispiel kostet die Strecke von Zagreb nach Split etwa 26,40 €. Die Maut bezahlst du beim Verlassen der Autobahn, entweder bar oder mit Karte.

Ich nutze ein ETC-Gerät (Elektronische Mauterhebung), das mir einen Rabatt von 22 % gewährt, wenn ich Geld auflade. Das Gerät kostet 15 €, daher lohnt es sich nur, wenn du viel auf kroatischen Autobahnen unterwegs bist. Hier ist eine Liste, wo du das ETC-Gerät kaufen kannst.

Wenn du Landstraßen wählst, umgehst du die Maut, brauchst aber länger für die Strecke.

Tankstellen

Tankstellen auf der Autobahn sind meist etwas teurer als in Städten.

Das Wichtigste ist, auf den Kraftstofftyp zu achten: Normal- oder Superbenzin bzw. Normal- oder Superdiesel. Der Preisunterschied kann bis zu 0,50 € pro Liter betragen! Hier können Sie aktuelle Spritpreise sehen.

Als Dieselfahrer habe ich bemerkt, dass es oft nur eine Zapfsäule für den günstigeren Diesel gibt – also unbedingt darauf achten.

Parken

Parken ist besonders in Stadtzentren ziemlich teuer geworden, und kostenlose Plätze sind rar.

Supermarktparkplätze erlauben in der Regel 2 Stunden kostenloses Parken, was praktisch für kurze Einkäufe ist.

Supermarket in Croatia

Einkaufen – Lebensmittel im Supermarkt

Lebensmittelpreise sind in den Jahren, die ich in Kroatien lebe, erheblich gestiegen. Die Hauptgründe: EU-Beitritt, Euro-Einführung und die Zunahme von Kartenzahlungen.

Je nach Supermarkt können die Preise stark variieren. Meine besten Tipps für die günstigsten Preise:

  • In größeren Supermärkten einkaufen: Super Konzum, Plodine, Kaufland, Tommy Hypermarket, Interspar Hypermarket oder Lidl.
  • Die Webseiten der Supermärkte nach aktuellen Angeboten durchschauen und in mehreren Geschäften gezielt die besten Deals nutzen.
  • Supermarkt-Apps herunterladen — die meisten bieten spezielle digitale Angebote und Rabatte, die man direkt in der App aktivieren kann.

Hinweis: Auf den Inseln sind die Preise generell höher und die Auswahl an Supermärkten geringer.

Als Familie mit 3 Personen geben wir derzeit etwa 150–200 € pro Woche für Lebensmittel und Getränke aus. Mit besserer Planung ließe sich das auf 100–150 € pro Woche reduzieren.

Touren und Ausflüge

Touren können einen erheblichen Teil des Reisebudgets ausmachen — aber durch Direktbuchung lässt sich viel sparen, weil man die 25–30 % Provision der meisten Buchungsplattformen vermeidet.

Ich kontaktiere Tourunternehmen meist direkt. Viele haben eigene Webseiten oder Facebook-Seiten mit Kontaktdaten.

Das gleiche Prinzip wie bei Hotelbuchungen gilt auch hier:

„Gibt es einen Vorteil oder Rabatt, wenn ich direkt bei Ihnen buche statt über eine Plattform?“

Bei guter Verhandlung spart man leicht 20 %. In Gruppen können die Ersparnisse noch höher ausfallen.

Bank Machine Croatia

Bargeldabhebungen

In Kroatien ist es immer ratsam, etwas Bargeld dabei zu haben. Viele kleinere Geschäfte akzeptieren nur Bargeld, und ich persönlich gebe Trinkgeld immer in bar (die Trinkgeldoptionen auf POS-Geräten sind mir zu umständlich).

Geldautomaten findet man in den Stadtzentren genug, aber nicht alle sind gleich, was Gebühren betrifft. Um Kosten zu sparen, empfehle ich Automaten großer kroatischer Banken wie:

  • Zagrebačka banka
  • Privredna banka Zagreb (PBZ)
  • Erste & Steiermärkische Bank
  • OTP banka
  • Hrvatska poštanska banka (HPB)
  • Raiffeisenbank Austria (RBA)
  • Addiko Bank

Wichtig: Falls der Automat fragt, ob er den Betrag in die Heimatwährung umrechnen soll (DCC – Dynamic Currency Conversion), immer ablehnen. Die eigene Bank rechnet fast immer zu einem besseren Kurs um.

Essen gehen – Restaurants

Die Restaurantpreise sind über die Jahre gestiegen, aber nicht so stark wie die Getränkepreise. Getränke — besonders Bier, Wein glasweise und Cocktails — haben sich in der Zeit, die ich hier lebe, deutlich verteuert.

Die wichtigste Regel für vernünftige Restaurantkosten: Haupttouristenlagen meiden. Strandpromenaden (Riva), Hauptplätze und die belebtesten Teile der Altstädte haben die höchsten Preise und das schlechteste Preis-Leistungs-Verhältnis. Das gleiche Gericht kann direkt am Wasser 30–50 % teurer sein als in einer einfachen Konoba nur ein oder zwei Straßen weiter, wo die Einheimischen essen.

Wenn ich mit Familie oder Freunden essen gehe, suche ich nach Lokalen, in denen ein Hauptgericht etwa 15 € kostet, ein halber Liter Hauswein (kućno vino) 15–20 € und ein Bier um die 5 €. Diese Preise sind noch gut zu finden — wenn man eben nicht in den touristischen Hotspots sitzt.

Ein paar Mal im Jahr gönne ich mir mein Lieblingsrestaurant in Split — Chops — mit einem schönen Rib-Eye und einem guten kroatischen Wein. Die Rechnung landet dort bei etwa 100 € pro Person. Das ist ein Luxus, und die Qualität ist ausgezeichnet — aber für normale Tage bleibe ich lieber in kleinen, nicht touristischen Lokalen und halte die Kosten deutlich niedriger.

Ein paar weitere Tipps:

  • Mittagessen (ručak) statt Abendessen wählen — viele Lokale bieten mittags besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Hauswein ist fast immer die klügste Wahl beim Trinken — günstig und in der Regel sehr ordentlich.
  • Portionen in traditionellen kroatischen Restaurants sind großzügig — ein größeres Gericht wie Peka oder Pašticada zu teilen, eignet sich gut für Paare oder Familien.

Getränke haben die höchsten Aufschläge — deshalb bestelle ich fast immer Hauswein oder lokales Bier, wenn ich auf das Budget achte.

Fazit

Kroatien ist nicht mehr das günstige Reiseziel, das es einmal war.

Verglichen mit vielen westeuropäischen Ländern bietet es jedoch noch immer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis — besonders wenn man:

  • Die Hauptsaison meidet
  • Direkt bucht
  • Weniger touristisch geprägte Orte wählt

👉 Mit etwas Planung lassen sich die Reisekosten in Kroatien leicht um 10–15 % senken — ohne auf das Erlebnis zu verzichten.